Killifische

Wie ich zu den Killifischen kam:

Aufgrund vieler farbenprächtiger Bilder aus Büchern wurde mein Interesse an Killifischen geweckt. Dieses ruhte allerdings lange Zeit, da ich nur ein Becken und keine Erfahrung mit der Zucht von eierlegenden Fischen hatte. Meine bisherigen Fische waren meist Lebendgebärend oder betrieben selbst die Brutpflege.

Da ich seit 1999 mehr Platz für mein Hobby habe versuchte ich nun diese Fische zu bekommen. Dass dies nicht immer ganz so einfach ist musste ich schnell feststellen. Viele Zoohändler haben keine oder nur sehr wenige Arten an Killifischen.

Auf einer Fischbörse erstand ich meine ersten Killifische, Aphyosemion gardneri. Wenig später kamen noch Aphyosemion striatum dazu. Von beiden Arten kamen im gut bepflanzten Haltungsbecken Jungfische hoch und auch im neuen 12l Fensterbecken ließen sie sich nachziehen. Einfach ein Pärchen für ein paar Tage ins Becken und dann warten bis die Jungfische schlüpfen.

Eine eingeschleppte Krankheit vernichtete aber nach einem Jahr alle meine Killibestände und so schaute ich mich wenig Später wieder neu um. In der Zwischenzeit hatte ich alle meine Bücher bezüglich Killifischen durchstöbert.

Dadurch wurde ich auf die besonders farben-prächtigen Nothobranchius aufmerksam. So richtig traute ich mich aber nicht daran weil es heisst: „Die Eier brauchen zur Entwicklung eine Trockenpause“. Ich studiere Literatur und fand eine Art bei der es auch ohne Trockenpause zum Schlupf kommt. Sicher ist sicher dachte ich mir, falls das mit dem Trockenlegen der Eier nicht klappt.

Nun hatte ich ein Problem: Woher bekomme ich Nothobranchius, speziell N. korthausae?

Nach intensiver Suche konnte das Internet weiterhelfen. Und so bekam ich Kontakt zur DKG, zu eMail Listen, zur Killi-Tischrunde in Augsburg und  eine Kontaktadresse in die Tschechei.

Von dort bekam ich im Oktober 2000 tatsächlich einen Torfansatz mit Nothobranchius korthausae „ROT“. Eine Plastiktüte mit Torf in dem Eier zu finden waren. Dieses musste nur noch mit abgestandenem Wasser aufgegossen werden.

Den ersten Versuch mit der Hälfte des Torfansatzes machte ich in einem Ablaichbehälter, den ich in ein Becken einhängte. Es war faszinierend zu sehen wie innerhalb weniger Stunden aus einer Torferde viele kleine Fische schlüpften. Diese waren jedoch so klein, dass sie durch die Schlitze des Ablaich-behälters ins Becken kamen, wo sie von den anderen Fischen gefressen wurden. Damit hatte ich meine ersten Nothobranchius verfüttert :-(.
Nun wurde das 12l Fensterbecken frei gemacht und der Rest des  Torfansatzes dort aufgegossen. Und auch hier funktionierte es, nach wenigen Stunden schwammen sehr keine Nothobranchius in diesem Becken. Diese ließen sich mit Artemia füttern und wuchsen recht schnell heran.

Nach ca. 5 Wochen begannen sie sich zu färben und zeigten nun ihre volle Schönheit. Für mich ungewohnt war die ständige Fütterung mit Lebend- und Frostfutter. Trockenfutter wurde nicht oder nur nach langer Gewöhnung genommen und eignet sich nicht als Futter. Die Fische wuchsen gut heran und ich konnte mich an die ersten eigenen Torfansätze machen. Einige konnte ich verkaufen oder gegen andere Notho-Arten tauschen.

Ich merkte nun sehr schnell dass plötzlich viele Aquarien notwendig wurden. So stockte ich nach und nach auf.

Man bekommt mit einiger Zeit den Dreh raus und kann sich auch schwierigeren Arten widmen. Schwer fällt es sich zu bremsen, denn es gibt einiges an Nothobranchius-Arten und man hat immer zu wenig Aquarien.

Inzwischen habe ich einige Jahre Notho-Erfahrung und auch einige Arten gezüchtet. Manche gingen recht einfach und man hatte nach kurzer Zeit viel zu viele Fische, an anderen quäle ich mich noch immer herum um genügend Nachwuchs zu bekommen.

Nach Spitzenzeiten mit über 10 Nothobranchius- Arten habe ich jetzt nur noch 3 Lieblingsarten, da mehr für mich einfach zu viel Arbeit machen. Damit bleibt dann auch noch Zeit zum Beobachten und Experimentieren.

Ich habe eine ganze Reihe Killi-Arten ausprobiert und habe 5-6 Favoriten gefunden die mich jetzt schon länger begleiten und hoffentlich auch noch weiterhin Spaß bereiten. Ab und zu kommt mal wieder eine neue Art zum Ausprobieren dazu und so sind meine Becken meistens belegt.

Wer sich einmal intensiver mit Killifischen befasst ist erstaunt über die Vielfalt dieser Fischgruppe. Von warm bis kalt, gross bis klein, weich bis salzig ist alles vertreten. Es gibt unzählig viele und sehr verschiedene Killifische  die einem in "Ihrem Bann" halten können. Langweilig wird es jedenfalls nicht.

 

 

 

 

 

„Fische die vom Himmel fallen“

„Fische die vom Himmel fallen“ (so werden sie von Einheimischen genannt) sind afrikanische Killifische der Gattung Nothobranchius.

Diese leben in sessional austrocknenden Gewässern. Das bedeutet, dass die Eier zum Entwickeln eine Trockenzeit brauchen und das die Fische deshalb sehr schnelllebig sind, müssen sie doch bis zum Austrocknen des Gewässers herangewachsen sein und wieder Eier in den Schlamm gelegt haben. Sie kommen aus dem südöstlichen Teil Afrikas. Hier vor allem aus Tanzania und den Nachbarstaaten.

Es sind absolute Liebhaberfische die nur selten im Zoofachhandel zu bekommen sind. Auf Grund ihrer Lebensweise eignen sie sich auch nur sehr bedingt für Gesellschaftsbecken und sollten daher im Artbecken gehalten werden.

Es sind aber sehr interessante und meist sehr farbenprächtige Fische, die ihre eigene Fangemeinschaft haben. Die Zucht ist am Anfang etwas ungewohnt. Aber man darf sich davon nicht zurückschrecken lassen es einmal mit diesen Fischen zu versuchen.

In Artbeschreibungen findet man ab und zu Härteangaben von GH <1 und pH-Werte um 7. Man könnte denken das zur Haltung weiches Wasser besser wäre, die Erfahrung zeigt aber das weniger Probleme in härterem Wasser auftreten.
Die optimale Haltung von Nothobranchius erfolgt im Artaquarium. Je nach Art sind 25-60l Becken zu bevorzugen und mit einer einfachen Bepflanzung zu versehen (Javafarn, Javamoos, Nixkraut). Entweder ohne oder mit Sand als Bodengrund. Als Filterung reicht ein einfacher luftbetriebener Schaumstofffilter. Wichtig ist in meinen Augen ein wöchentlicher Teilwasserwechsel. Das Wasser sollte für die meisten Arten eher hart sein, auf alle Fälle mit einem pH-Wert von 7,5 - 8. Als Temperatur erweisen sich 24-26°C als recht optimal.
Die häufigste Krankheit bei Nothobranchius ist “Oodinium” die sich meist gut mit Medikamenten behandeln lässt. Man kann vermuten das Nothobranchius in der Natur nicht mit solchen Krankheitserregern in Kontakt kommen und daher keine Abwehr wie andere Aquarienfische besitzen.

Nothobranchius brauchen eine gute Fütterung mit Lebend und Frostfutter. Schlechte Fütterung macht sich sofort bemerkbar und sollte vor allem bei der Aufzucht vermieden werden. Bei Frostfutter sollte man darauf achten dass möglichst keine Futterreste im Becken bleiben die das Wasser verderben. Ein gemeinsamer Filterkreislauf mehrerer Aquarien oder abgeteilte Aquarien mit mehreren Notho-Arten kann nicht uneingeschränkt empfohlen werden – einige Arten zeigen dabei eine Krankheitsanfälligkeit die bei getrennten Becken nicht auftritt. Die Ursache ist bisher unbekannt. Für eine erfolgreiche Haltung ist es notwendig regelmäßig Torfansätze zu machen. Hierbei zeigt sich, dass vor allem junge Nothobranchius sehr produktiv sind.

 Zum Ablaichen setzt man ausgewählte Tiere in ein Becken mit etwas Torf als Bodengrund (für viele Arten reicht ein 12l Becken) mit ein paar Wasserpflanzen zum verstecken. Den Torf (oder Kokoserde) vorher wässern bis er untergeht. Nothobranchius laichen ab der Geschlechtsreife ständig, so dass nach 1 Woche genügend Eier im Torf sind und man ihn austauschen kann. Spätestens nach 2 Wochen sollte man den Torf entfernen da er dann die Wasserqualität erheblich verschlechtert. Den Torf etwas antrocknen so das er nicht mehr "klitsch nass" ist, und dann je nach Art einige Monate warm lagern (24-30°C, bei den meisten Arten ca. 3 Monate). Man kann die Torfansätzen kontrollieren und nach Eiern suchen, wenn man in den Eiern Augen erkennt sind sie schlupfreif.
Alternativ zum Extra Becken kann man den Torf auch in eine Plastikschale (z.Bsp. von Eis) mit einem Stein beschwert ins Becken stellen.

Beim Aufguß wirkt sich ein niedriger Wasserstand und bei der Aufzucht Pflanzen im Becken äußerst positiv aus. Die meisten Notho-Arten fressen gleich nach dem Schlupf frisch geschlüpfte Artemia. Lebende Micro- und Grindal-Würmer sind ein weiteres gutes Aufzuchtfutter.

Leider hat man oft zu viele Jungfische für die sich nicht immer Abnehmer finden. Man sollte deshalb frühzeitig schwache, kleine und schlecht ausgefärbte Fische aussortieren um die Entwicklung der anderen nicht zu bremsen. Schlüpfen beim Aufguß keine oder nur wenige Fische so kann man den Torf nach 2-3 Tagen wieder antrocknen und nach einem Monat  noch einmal aufgießen.

 

So mache ich es:

 

Ich gebe den Torf in ein Plastikbecken und fülle dann Wasser auf, Wasserstand ca. 3-4cm, schlüpfen Fische dann gebe ich gleich wenige frisch geschlüpfte Artemia zu. Nach ca. 2-3 Tagen kommen die Jungen in ein anderes Becken mit ein paar Pflanzen und Schnecken. Eine große Spritze ist sehr hilfreich zum Absaugen der Fische und zum Artemia füttern. Dort erhöhe ich langsam den Wasserstand mit abgestandenem Wasser. Nach einer Woche kommen sie dann in 12l Aufzuchtbecken wo sie bis zur Geschlechtsreife bleiben.

Nothobranchius machen Arbeit! Man muss ständig Torfansätze machen, aufgießen, füttern und Wasser wechseln. Belohnt wird man dafür durch farblich ansprechende Fische die in ihrem Lebenszyklus schon etwas Besonderes sind.

Weitere Infos finden Sie unter www.nothobranchius.de.

entwickeltes Nothobranchius-Ei:

  Nothobranchius korthausae ROT
 
 


  Nothobranchius kirki Chilwa
 

  Nothobranchius rachovii   
 

  Ablaichen in Plastikschale
 

  Torfansatz
 

Hier noch ein paar Bilder von Fischen die ich habe oder hatte:

 

Nothobranchius spec. aff. korthausae KWACHEPA


Haltung von 2002 - 2005 mit Zuchterfolg. Eine sehr schöne Nothobranchius Art die auch für Killi-Anfänger geeignet ist.
Haltung und Zucht: hartes bis mittelhartes Wasser, Temp. 24-26°C, Bodenlaicher in Torf, Trockenlegen der Eier ca. 2-3 Monate, Lebend- und Frostfutter, Jungfische nehmen sofort Artemia und wachsen recht schnell, gute Fütterung nötig.
zur Artbeschreibung 

Nothobranchius palmqvisti


Haltung ab Januar 2001-2008 mit Zuchterfolg.
Auch dies eine ideale Art für Killifisch-Anfänger. Farblich sehr ansprechend, einfach in Haltung und Zucht, vielleicht sogar einfacher als die N. korthausae.
Haltung und Zucht: hartes bis mittelhartes Wasser, Temp. 24-26°C, Bodenlaicher in Torf, Trockenlegen der Eier ca. 3 Monate, Lebend- und Frostfutter, Jungfische nehmen sofort Artemia und wachsen recht schnell, gute Fütterung nötig
zur Artbeschreibung

 

Nothobranchius fuscotaeniatus


Haltung von Mai 2002 - Oktober 2004 mit Zuchterfolg, zum Schluss schlüpften aber nur noch vereinzelt Fische und überwiegend Männchen, so dass ich diese Art nicht mehr Weiterzüchten konnte.
Seit September 2005 neuer Versuch, bisher erfolgreich allerdings nicht ganz ohne Probleme.
Haltung und Zucht: hartes bis mittelhartes Wasser, Temp. 24-26°C, Bodenlaicher in Torf, Trockenlegen der Eier ca. 2 Monate, Lebend- und Frostfutter, Jungfische sind klein und nehmen nicht immer sofort Artemia, wachsen recht langsam, auf gute Wasserqualität achten da sonst Ausfälle bei der Aufzucht auftreten, gute Fütterung nötig, Fische werden für Nothobranchius recht als (bis 2 Jahre)
zur Artbeschreibung

 

Nothobranchius kilomberoensis



Haltung von Mai 2002-Oktober 2006 mit Zuchterfolg. Eine sehr schöne Art die mir zum Schluss Probleme machte. Die TA´s waren nicht mehr ergiebig und mit Weibchenüberschuss. 2008 konnte ich endlich wieder einen neuen TA bekommen, hatte aber auch hier in der F2-Generation nur noch Weibchen.
zur Artbeschreibung

 

Nothobranchius spec. Caprivi NAM 95/1

 N. Caprivi

Diesen schönen Fisch habe ich seit 2007 und er bereitet mir keine großen Probleme.
Haltung und Zucht: hartes bis mittelhartes Wasser, Temp. 24-26°C, Bodenlaicher in Torf, Trockenlegen der Eier ca. 3 Monate, Lebend- und Frostfutter, Jungfische nehmen sofort Artemia und wachsen recht schnell, gute Fütterung nötig

Nothobranchius polli

 Nothobranchius polli

Diesen wunderschönen Fisch bekam ich 2008 von Holger Hengstler.  Die Wildfänge verstarben leider nach wenigen Tagen ohne das ich Torfansätze machen konnte. Einige Monate später konnte Holger aus einem in Afrika gemachten Torfansatz nochmals Fisch abgeben und seitdem züchte ich diese Art. Bisher erfolgreich wenn auch nicht ganz ohne Probleme.

Nothobranchius spec. aff. furzeri MZCS 08-108 (roter furzeri)

N.spec.aff.furzeri MZCS 08-108

Nothobranchius spec. aff. furzeri MZCS 08-108

Diese interessanten und schönen Fische bekam ich 2009 von Alexander Dorn.

Aphyosemion elberti GKC 90/17, "Ndoumbi"

 


Haltung von Mai 2001 - Oktober 2006 mit Zuchterfolg.

Diese Fische ersteigerte ich auf der DKG-Ausstellung 2001 in Augsburg und hatte bisher viel Freude mit ihnen. Sie benötigen weiches kühles Wasser (Temp. 20-24°C, Haftlaicher) und sind recht unproblematisch in der Fütterung. Eier werden einzeln an Pflanzen wie Javamoos oder Algen abgelegt. Der Schlupf erfolgt nach ca. 2 Wochen. Die Jungfische wachsen relativ langsam und bis man Geschlechter erkennen kann vergeht ca. ein halbes Jahr. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 3 Jahren.


Seit 2007 halte ich den Fundort Diang.

Scriptaphyosemion schmitti Juarzon, RL 83/121


Haltung seit Oktober 2005 mit Zuchterfolg.

Chromaphyosemion splendopleure Penda Mboko

Haltung seit 2007 mit Zuchterfolg.

Aphyosemion ogoense ogoense

2007 -

Dario dario

Haltung und Zucht 2003-2010