Wirbellose (Garnelen)

Erfahrungen/Beobachtungen

Nach div. Anfangsschwierigkeiten läuft es inzwischen mit den Garnelen recht gut. Ich konnte mehrfach feststellen das Garnelen und Krebse recht empfindlich auf schnelle Veränderungen der Wasserwerte reagieren. Die Verluste sind dann sofort oder spätestens bei der nächsten erfolglosen Häutung sichtbar. Seitdem bin ich da recht vorsichtig geworden und mache Wasserwechsel lieber öfters mit kleineren Mengen. Dies ist auch beim Einsetzten von neuen Garnelen und Krebsen wichtig und man sollte daher die Anpassung an das Aquarienwasser sehr langsam (über mehrere Stunden) vornehmen.
Ich halte meine Garnelen/Krebse in normalem Leitungswasser PH 7,5 GH 10-12, KH 6-8, NO3 5-10, NO2 0 Temp. 20-25°C (auch Crystal Red).
Manche Garnelen vermehren sich erstaunlich gut, so trug von den privat gekauften Bienengarnelen schon nach 1 Woche das erste Weibchen Eier und nach einer weitern Woche eine zweite. Nach 24 Tagen war es dann so weit, die jungen Garnelen wurden entlassen und waren voll entwickelt. Ich zählte so ca. 5-10 Stück. Ca. 1,5mm groß gleichen sie einer Miniaturausgabe der ausgewachsenen
Bienengarnelen. Sogar die Zeichnung lässt sich schon leicht erkennen. Sie wachsen recht gut und sind nach 1 Monat ca. 0,5mm groß. Inzwischen schwimmen im Aquarium Bienengarnelen aller Größen.
Idealer Weise sollte man Garnelen in einem eigenen Becken halten und züchten, manchmal schaffen es aber auch einige Arten sich in dicht bepflanzten Fischbecken zu vermehren

von mir gehaltene Arten

Bienengarnele A1

 
Diese Art halte ich seit November 2000. Sie stammen aus einem Stamm der seit mindestens 1987 in Aquarien gehalten wird. Am Anfang hatte ich einige Schwierigkeiten durch Unerfahrenheit mit Garnelen.
Zwischen Herbst 2003 - Anfang 2004 ist mir der gesamte Stamm eingebrochen. Einen Grund konnte ich nicht finden. Seit Sommer 2004 läuft es mit neuen Bienen in einem größeren Becken wieder gut.

Crystal red - Garnele



Diese Art halte ich seit April 2002. Bis 2004 ohne große Probleme bei Haltung und Zucht.
Anfang 2004 musste ich allerdings mit neuen Garnelen aufstocken nachdem im Becken alle Junggarnelen verschwanden. Das Becken habe ich komplett neu Eingerichtet und jetzt sieht es wieder ganz gut aus.
Langsames Umsetzen / Angleichen der Wasserwerte ist wichtig.
Ich mache wöchentlichen Wasserwechsel (ca. 1/4 Beckeninhalt), füttere sparsam mit Futtertabs, gefrostete schwarze Mückenlarven und Wasserflöhe, Buchenlaub, Löwenzahnblätter, Zuchini ...
Die Garnelen schwimmen in Leitungswasser bei GH 12 und PH 7,5 ohne jegliche Wasseraufbereitung, das Wechselwasser ist nur abgestanden. Die Temperatur sollte nicht zu hoch sein, 20-24°C sind optimal. Fisch-Medikamente können tödlich sein, auch wenn sie in dem Becken schon vor einiger Zeit eingesetzt wurden.
Mitbewohner möglichst wenige bis gar keine. Andere Garnelen stellen eine Nahrungskonkurrenz dar und Fische sollten den Nachwuchs in Ruhe lassen.
Vielleicht ein paar kleine Ancistren (ich ziehe in den Garnelenbecken immer ein paar groß)
Die Garnelen tragen ihre Eier ca. 4 Wochen, dann schlüpfen fertig ausgebildete Garnelen mit ca. 1,5mm. Nach 3-4 Monaten sind sie fast ausgewachsen.

 

Red-Fire Garnele



2003-2007 mit Zuchterfolg.
Sie vermehren sich so gut das man sie fast als Futterzucht verwenden könnte.


Ringelhandgarnele

Diese Art hatte ich ca. 2 Jahre.
Eine erstaunliche Garnele die man als Überlebenskünstler bezeichnen kann. Ich erhielt ein Pärchen von einem befreundeten Aquarianer bei dem die Vermehrung nicht zu stoppen ist. Es sollte ein Versuch sein, ob sie es in meinem 570 Malawi-Becken schaffen, sich zu behaupten. Von der Größe her wurden sie respektiert und in Ruhe gelassen, trotzdem versteckten sie sich recht gut und ich bekam sie maximal 1-2 mal pro Woche zu Gesicht, manchmal auch 3 Wochen gar nicht. Nach einiger Zeit stellte ich beim Wasserwechseln fest das habwüchsige Ringelhandgarnelen auftauchten. Sie hatten sich also vermehrt und das in einem Becken mit Malawi- und Tanganjikacichliden, denen es selbst schwer fällt einige Jungen groß zu bekommen.
Mein Fazit: Eine Bereicherung für Becken in denen kleinere Wirbellose keine Chance haben z.Bsp. mit Buntbarschen. Man sollte die Garnelen jedoch nicht unterschätzen, da sie rel. groß werden, sich erstaunlich gut vermehren und zur Wehr setzen können. Kleinen Fischen und Wirbellosen können sie durchaus zur Gefahr werden. Nachdem ich P. alleni mit im Becken hatte sind alle Ringelhandgarnelen nach und nach verschwunden, die letzten fand ich im Aussenfilter.

Cambarellus patzcuarense sp. Orange

Diese Art halte ich seit Februar 2003 mit Zuchterfolg.
Sehr muntere kleine Gesellen die inzwischen für Nachwuchs gesorgt haben. Sie mögen es nicht so warm (18-23°C) und werden auch nicht sehr alt (2-3 Jahre). Die Nachzucht klappt zwar aber ein Grossteil der Eier sind unbefruchtet oder entwickeln sich nicht, hier bin ich noch am probieren. Ich empfehle auch keine zu kleinen Becken damit sie die Tiere auch aus dem Weg gehen können.
2005 habe ich meinen geringen Bestand mit neuen Tieren aufgestockt. Sie wohnen jetzt in einem 200l Becken mit vorwiegend pflanzlichen Futter. Seit dem läuft es ganz gut mit der Nachzucht.

Procambarus alleni

Diese Art hatte ich von 2003-2005 mit Zuchterfolg.
Sehr schöne Tiere die allerdings an Pflanzen gehen und nichts für ein Pflanzen oder Gesellschaftsbecken sind. Sie brauchen auch etwas Platz und sind mit ca. 8cm ausgewachsen.